Neue Studien belegen – Gute Mütter arbeiten

2017-08-30T20:59:51+00:00

Viele Eltern, vor allem viele Mütter kennen es: das schlechte Gewissen, wenn sie ihre Kinder morgens zur Tagesmutter, in die Kita oder den Kindergarten bringen und zur Arbeit gehen. Das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein, wenn sie berufliche Pläne und Ambitionen nach Geburt ihrer Kinder nicht vollständig aufgeben, sondern weiterarbeiten, vielleicht sogar in Vollzeit. Der Muttermythos ist in Deutschland leider immer noch weit verbreitet.

 

Eine große, internationale Studie der Harvard Universität macht berufstätigen Müttern Mut. Das Ergebnis: berufstätige Mütter tun ihren Kinder gut. Ihre Kinder werden selbständiger, ehrgeiziger, mutiger und selbstbewusster. Als Erwachsene sind sie zudem beruflich erfolgreicher und verdienen mehr Geld als Kinder nicht berufstätiger Mütter.

 

1.   Glückliche Mutter – glückliches Kind

„Nichts wirkt seelisch stärker auf die menschliche Umgebung, besonders auf die Kinder, als ungelebte Leben der Eltern.“

(Carl Gustav Jung)

 

Waren beide Partner vor der Geburt des ersten Kindes gleichberechtigt für Haushalt und Einkommen verantwortlich und fühlt sich die Frau nach Geburt des Kindes in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt, ist sie oft unzufrieden mit ihrem neuen Leben. Kindern bleibt dies nicht verborgen. Sie haben feine Antennen für Stimmungen ihrer Eltern. Berufstätige Mütter (laut diversen Studien sogar Vollzeit-Berufstätige, noch mehr als Teilzeit-Berufstätige) sind trotz Stress insgesamt zufriedener und erziehen liebevoller, aufmerksamer und demokratischer. Dieser Ansatz und die Tatsache, dass unsere Kinder die Mutter glücklich erleben, macht auch unsere Kinder glücklich.

 

2.   Gleichberechtigte Partnerschaft – glückliches Kind

Häufig provoziert die neue ungewünschte Rollenverteilung auch Spannungen und Streit in der Partnerschaft bis hin zur Trennung. Und so sehr sich Eltern auch bemühen, sich vor den Kindern nichts anmerken zu lassen: Kinder merken schnell den Unterschied zwischen echter und gespielter Harmonie.

 

Ein weiterer Aspekt kommt hinzu. Wenn beide Partner berufstätig sind, leben sie meist ein partnerschaftliches Rollenverständnis. Sie ziehen an einem Strang, haben Verständnis füreinander und fühlen sich gleichermaßen verantwortlich für ihre Kinder. Dies wirkt sich wieder positiv auf die Kinder, sogar auf ihre schulischen Leistungen aus.

3.   Gutes Vorbild sein

„Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts.“

(Friedrich Fröbel)

 

Als Eltern sind wir Vorbilder für unsere Kinder. Nichts prägt die Einstellung und das Verhalten unserer Kinder mehr als unsere Handlungen. Und wenn unsere Kinder sehen, dass wir eigene Pläne und Träume aktiv verfolgen und unser Leben so gestalten, dass wir glücklich damit sind, werden sie sich auch dies zum Vorbild nehmen. Unsere Kinder lernen außerdem ganz nebenbei wichtige Soft Skills: Organisation, Zeitmanagement, Durchhaltevermögen, Zielstrebigkeit, Prioritäten setzen, Delegieren, Teamarbeit, klare Kommunikation, Umgang mit unvorhersehbaren Vorfällen und Konflikten, und vieles mehr.

 

4.   Selbständigkeit des Kindes

Berufstätige Mütter trauen ihren Kindern mehr zu, beziehen sie in die täglichen Alltagspflichten mit ein. Tisch decken und abräumen, das Kinderzimmer aufräumen, die eigene Wäsche sortieren, Sand vom letzten Spielplatzbesuch zusammenkehren…sind Aufgaben, die auch schon Kindergartenkinder erledigen können und oft gerne erledigen wollen. Sie sind stolz, wenn wir ihnen etwas zutrauen und freuen sich über die eigenen Fähigkeiten. Das schafft Selbstvertrauen.

 

Hinzu kommt, dass unsere Kinder so von klein auf lernen, dass nicht Mama alleine für den Haushalt verantwortlich ist. Diese Einstellung erleichtert später so manche Diskussion um die Verteilung von Haushaltsaufgaben.

5.   Bessere schulische Leistungen und Berufsaussichten

Die früh erlernte Selbständigkeit hat auch positive Auswirkungen auf die schulischen Leistungen unserer Kinder. Berufstätige Mütter sind interessiert an den schulischen Leistungen ihrer Kinder, kontrollieren diese aber – schon aus Zeitmangel – nicht in dem Maße wie es nicht berufstätige Mütter tun. Das tut unseren Kindern gut. Sie lernen, dass wir ihnen vertrauen und dass sie selbst für die Schule verantwortlich sind.

 

Offensichtlich übertragen sich berufliche Ambitionen und Leistungsmotivation der Eltern auch auf die Kinder. Das scheint auch logisch. Denn frag dich mal selbst: wie glaubwürdig ist es, wenn eine „Nur-Mutter“ ihrem Kind jeden Tag predigt, dass schulische Leistungen wichtig sind, um später einen guten, erfüllenden Job finden und für sich selbst sorgen zu können und das Kind auf der anderen Seite sieht, dass die eigene Mutter alle beruflichen Ambitionen vollständig aufgegeben und sich in die finanzielle Abhängigkeit des Mannes begeben hat.

6.     Bessere Eltern-Kind Beziehung

Interessanterweise ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind besonders intensiv und innig, wenn die Mutter Vollzeit berufstätig ist. Die Mütter legen mehr Wertt auf Qualität als auf Quantität der gemeinsam verbrachten Zeit. Fest eingeplante Familienzeiten für gemeinsame Abendessen und Aktivitäten am Wochenende schaffen positive gemeinsame Momente sowie Vertrauen und Verlässlichkeit. Eine Mutter, die Vollzeit zu Hause ist, beschäftigt sich mit ihren Kindern die meiste Zeit dagegen nur nebenher.

 

Hinzu kommt, dass auch die Vater-Kind Beziehung gestärkt wird, wenn sich der Vater gleichermaßen verantwortlich für seine Kinder fühlt, weil auch die Mutter beruflich eingespannt ist. Der Vater, der sein Kind auch regelmäßig vom Kindergarten abholt oder zum Arzt begleitet nimmt am Alltag seines Kindes stärker teil. Vater und Kind erleben ganz selbstverständlich wertvolle gemeinsame Momente, was sie emotional verbindet. Dass  eine partnerschaftlich gleichberechtigte Rolleneinstellung und ein darauf im Alltag abgestimmtes Verhalten gut für die kindlichen Entwicklung sind, zeigen auch wissenschaftliche Untersuchungen (Analysen und Argumente, Konrad Adenauer Stiftung, Oktober 2015 Link zu vgl. http://www.kas.de/wf/doc/kas_42829-544-1-30.pdf?151014172158)

 

7.     Abnabelung positiv erleben

Abnabelung und Distanzierung unserer Kinder von uns Eltern beginnt bereits mit den ersten Schritten und setzt sich Schritt für Schritt weiter fort. Z.B. wenn die dreijährige Tochter nicht will, dass die Mama bei einem Kindergeburtstag dabei ist; oder wenn sie am Wochenende bei einer Freundin übernachten will. Und das ist gut so. Schließlich wünschen wir uns alle selbständige, verantwortungsvolle und selbstbewusste Kinder. Mütter, die ihr Leben voll und ganz auf ihre Kinder eingestellt haben, empfinden häufig eine emotionale Leere, wenn ihre Kinder sie nicht mehr so stark brauchen. Das wirkt sich negativ aus. Kindern fällt es umso leichter, sich von den Eltern abzunabeln, selbständig zu werden und ihren eigenen Weg zu gehen, je leichter es Eltern fällt, loszulassen. Und Loslassen fällt Eltern leichter, deren Leben neben den Kindern auch noch andere erfüllende Bereiche enthält.

 

8.     Mehr Geld für gemeinsame Erlebnisse

Eltern mit Kindern können ein Lied davon singen. Kinder sind teuer. Und zwar auch dann, wenn wir ihnen nicht jeden materiellen Wunsch erfüllen und sie nicht mit Geschenken und Markenklamotten überhäufen. Mehrkosten für eine größere Wohnung, ein größeres Auto, Kitagebühren, Musikunterricht, gemeinsame Freizeitaktivitäten, Urlaube, die plötzlich das dreifache Kosten, weil sie für mehrere Personen zur teuersten Ferienzeit stattfinden…die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Verdienen beide Partner Geld, fallen Ausgaben für wertvolle gemeinsame Unternehmungen am Wochenende oder für Urlaube in den Ferien leichter. Geld macht sicher nicht glücklich, es macht das Leben aber ein ganzes Stück leichter.

Leave A Comment